RaumBilder

Ich verstehe mich als Bildhauerin. Bildhauerei ist für mich Arbeit mit und am Raum. Im Zentrum meiner künstlerischen Praxis steht die Transformation von Räumen im weitesten Sinne mittels Installation, Intervention und Aktion.

Sparten übergreifend nutze ich viele Materialien und Techniken. Ich arbeite interdisziplinär und in situ. Eine Installation entsteht vor Ort und bezieht sich auf dessen Vorgaben. Die ortsspezifischen Arbeiten sind von vornherein als „temporäre Stücke“ gedacht und verdichten sich mittels kalkulierter Eingriffe zu poetischen RaumBildern, die die Wahrnehmung der Orte ihres Geschehens nachhaltig beeinflussen oder befragen. 

Temperatur- und Geruchsunterschiede, Eingriffe in die Architektur, wie Bohrungen und Durchbrüche, modellhafte Einbauten oder Spuren eines fiktiven Geschehens, wie etwa die Zerstörung eines Galerieraumes, wecken einen assoziativen Hof von persönlichen Erzählungen und Erinnerungen. So wird der Ausstellungsraum oder Präsentationsort bisweilen zur Baustelle, zur Landschaft oder zum Andachtsraum.

Die Skulpturen und Rauminstallationen bewahren Aspekte des Prozesshaften und Beweglich-Temporären. Skulptur gewinnt eine zeitliche Dimension, die sich gerade in dem Einsatz von Flüchtigem und Flüssigem als Werkstoffen wie etwa Eis, Spiegelung, Schaum und Dampf oder performativer Elemente in Verbindung mit neueren Medien zeigt. Das Werk erhält ab einem gewissen Punkt ein Eigenleben und wird zum Ereignis, das einen mit mehreren Sinnen beansprucht.

Die plastischen Eingriffe erlauben es dem Betrachter meine raumgreifenden Arbeiten und deren räumliche Zusammensichten durch die eigene Standortnahme zu erlaufen.

Kuratorische Tätigkeiten, wie etwa die Organisation von Screenings, Ausstellungsprojekten und Performanceveranstaltungen sind Teil meines Engagements, das immer wieder den Rahmen von Kunst durch Verschiebungen befragt, aufweicht oder neu schafft.

 

(Stand 2013)