1995. Video/Rauminstallation. Bauhaus Dessau
6 zerlegte Monitore, 6 Videoplayer, Gummischläuche, Sound, Drahtseile


Fruchtige Zungen schlagen gegen die Glaskörper von zerlegten Monitoren. Das “Rudel“ wird in einem Keller in Zaum gehalten.

 

1994/1995. Video/Rauminstallation. Eltville/ Bauhaus Dessau. 7 zerlegte Monitore, 7 Videoplayer, Gummischläuche, Lautsprecher, Endloscassette, Silikon, Drahtseile

 

Der Raum – ein Keller, ein Ort mit gemeinhin Verborgenem, Abgelegtem; (un)heimlich ein Innenraum, eine Höhle, ein Bauch.

Die Installation – ein Blick ins Innere, ein Erinnerungsraum.

Die Monitore – zerlegt, bloßgelegt, nackt; sie geben ihr fragiles Innenleben preis.

In den Bildröhren – weiche, feuchte Gebilde, Zungen, sinnlich, geschlechtlich; bewegen sich, bäumen sich auf und pressen sich gegen das Glas, das sie vom Außen trennt.

Die Gummischläuche – ein Kabelschutz, Nerven, Adern, transportieren den Saft zu den Bildröhren als wären sie Organe.

Das Lied – 'Ein Männlein steht im Walde', ein Kindertied mit mehrdeutigem Text klingt im Raum, gesungen von einer gebrochenen Mädchenstimme.



1995. Video/Rauminstallation. Bauhaus Dessau
6 zerlegte Monitore, 6 Videoplayer, Gummischläuche, Sound, Drahtseile

 

Christine Biehlers Schlachthaus ist der Monitor, ihr Messer die Videokamera, der eigene Körper das Opfer. (...)
Brisant wird es, wenn sie mit der Kamera nahezu in den eigenen Körper kriecht, die Zunge in Makroaufnahmen zu einem Tier werden läßt, das streicheln und verschlingen kann, umgarnt und flattert, zustößt wie eine Schlange des Medusenhauptes.
Eine Videoinstallation über mehrere kreisförmige Bildschirme, Makroaufnahmen von Details vibrierender, fleischlicher Organismen lassen individuelle Auslegungen zu, die Grenzen zwischen Erotik und Gewalt überschreiten.

(...) die Materie. Sie beginnt erst im Kopf des Betrachters ihr aufwühlendes, inhaltliches Werk. Dem Bildmaterial der weichen, beweglichen Körperteile wie Mund und Zunge, der süßen Speisen oder saftigen Früchte, durchweg lebendiger Materie, gepaart mit Bewegung und rnenschlicher Stiinme, wird das objektivierende Stilmittel der Technik gegenübergestellt, die, perfekt funktionierend, gleichwohl zusammengeklittert, aus den Gehäusen gezerrt ihre empfindlichen Lebenskabel freigibt. (...)


(Marianne Winter. Körper hautnah zwischen Eros und Aggression. Braunschweiger Zeitung)