1998. Transparentes Silikon, Foliencollageninlays, 320 cm x 450 cm x 4 cm

 

FLEXOR (engl. flexor, der Beugemuskel) ist ausgerollt, ein 14 qm großer Teppich, ein vermeintlicher Einrichtungsgegenstand mit wertvoll erscheinendem Inkarnat, der Gemütlichkeit verheißt,  eine Silikonhaut, glänzend und geölt an den Boden anschmiegt,  ein Körperbild.

Biehler arbeitet mit Fotos von Bodybuildern, ihren modellierten  und gezielten Deformierungen. Dabei wird sie selbst zur Konstrukteurin und Dekonstrukteurin von Körpern und Körperteilen; sie fragmentiert die vergrößerten Muskeln der Muskelmänner, generiert durch Collage organische Mutationen und legt die säuberlich sezierten Fleischstücke "in Sülze" ein.

Die Idee von 'Körperdesign', das aktuelle Bedürfnis nach 'bodyshaping', nach Form und Formung des 'Produkts Körper' wird in FLEXOR mit verlockenden und befremdenden Ornamenten künstlerisch kommentiert.

Das ist mein Ziel: Ich will eine perfekte Kombination aus Masse, Härte, Symmetrie und Muskelqualität bieten." (Dorian Yates, fünffacher Mr. Olympia)


1998. Transparentes Silikon, Foliencollageninlays, 320 cm x 450 cm x 4 cm

 

(...)Zu jenem Folienteppich, der zwar in seiner orientalisch ornamental angelegten Biederkeit auch ins bundesdeutsche (oder mitteleuropäische) Wohnzimrner passen könnte, jedoch Grausliges assoziieren lägt: in glibberiges Aspik eingelegte menschliche Körperteile. Sind das wir? Wir, die wir uns selbst als Design, als Mustersatz benutzen, auf dem wir buchstäblich herumtrampeln können?

(Gabriele Weingärtner, in: Die Rheinpfalz 14.7.98)