2002. Video/Rauminstallation. Casino Luxembourg. Spathifüllum, Videoprojektionen, Wandzeichnung mit Fräsarbeiten



Eine Pflanzenmeer, das sich von 30 cm bis zu 3 Meter Höhe erhebt, füllt einen Ausstellungsraum. Im Nachbarraum ist ein florales Muster in die Ausstellungsarchitektur gefräst. Projizierte  Videosequenzen mit affenartigen Wesen beleben die Landschaften.

2002. Video/Rauminstallation. Casino Luxembourg
Spathifüllum, Videoprojektionen, Wandzeichnung mit Fräsarbeiten



Als Werkstoff dient der Stummfilm "Tarzan of the apes", der erste Tarzanfilm von 1917. Ein besonderes Merkmal des Films wurde in den Installationen von “play the ape” Ausgangspunkt der künstlerischen Bearbeitung: Menschen spielen Affen. Diese Affen verhalten sich "tierisch" gemäß Regieanweisung und sie tun das auf bemerkenswert menschliche Weise. Kurze Sequenzen dieser so eigenartig anmutenden "Gorillas" und "Schimpansen" wurden aus dem Gesamtzusammenhang herausgeschnitten und im Schnittcomputer rhythmisiert: die "Tiere" werden vom "Dompteur", in diesem Fall dem Cutter, trainiert. Sie wirken wie Marionetten; die Kunstfigur „Affe“ wird durch die digitale Bearbeitung noch künstlicher gemacht.

Die Arbeit erstreckt sich über zwei Räume:
Im ersten Raum werden in zwei 1m x 0,70 m großen Rückprojektionen nebeneinander zwei „Affenporträts“ gezeigt, die sich einander zugewendet drehen, langsam nicken und das Maul öffnen. Diese Köpfe haben malerische Passagen, in der sich die Bildstruktur in Grau/Schwarzflächen auflöst. In diesem Raum sind die Rigipswände mit einem floralen Muster, ähnlich einer Wohnzimmerblumentapete, bezeichnet. Das Ornament ist partiell direkt in die Wände gefräst. Ansonsten ist der Raum ist hell und leer.

Der zweite Raum ist Kübel an Kübel gefüllt mit Spathifüllumpflanzen, deren Blätter lackiert sind und die deshalb sehr künstlich wirken. Sie steigen von vorne nach hinten wie eine große grüne Woge von 30 cm bis 3 Meter an.

Es sind ebenfalls zwei Projektionen zu sehen: Eine in einer Wandnische eingelassene Rückprojektion einer weiblichen Affen“puppe“, die ihr Kind in ihren Armen wiegt. Ihr gegenüber über Eck ein aufgeregt hopsender Gorilla, der direkt über einen Beamer im Raum überlebensgroß an die Wand projeziert wird. Der Sound ist ein kratziges dumpf-dunkles Klopfen und Schnaufen.