2013/4. Temporäre Installation im Park. Kompressor, Düsen, Plastikschläuche

Konzipiert für Kloster Gravenhorst, Münsterland/ Landesgartenschau Gießen

 

Es ist windstill. Ab und an fangen die Blätter des Baumes an zu rauschen und sich in eigenartiger Weise zu bewege

(in der Entwicklung)

2013/4. Temporäre Installation im Park. Kompressor, Düsen, Plastikschläuche

Konzipiert für Kloster Gravenhorst, Münsterland/ Landesgartenschau Gießen

 

Eine alte Weide und eine Haus hohe Birke stehen solitär vor dem Westflügel des Klosters Gravenhorst. Es ist windstill und es regnet nicht. Plötzlich fangen die Blätter eines Baumes an zu rauschen und einige Äste beginnen leicht zu schwingen. Die flatternden Blätter spielen mit demSonnenlicht, kleine Zweige wackeln. Die Blätter bewegen sich eigenartig asynchron, sie flattern an rechten Zweigen anders als an linken, oben im Baum anders als unten. Vielleicht begibt sich der zweite Baum in einen Dialog und beginnt auch seine Blätter in ungewohnter Weise zu bewegen.

Die Baumelemente werden von einer starken, vordergründig nicht gleich sichtbaren Energiequelle in verschiedene Richtungen geblasen. Man hört esrauschen und wehen, aber auch zischen und blasen und dröhnen. Nach und nach erkennt man den Zusammenhang von der am Rande des Rasenstücks stehenden Kompressoranlage, den Schläuchen und den Bewegungen im Baum.

Nach einer Weile ebben die Töne und der Wind wieder ab. Die Bäume kommen zur Ruhe und stehen nach dieser ungewöhnlichen „Wettererscheinung“ da, als wäre nichts gewesen. Nach 10 Minuten wiederholt sich das „Naturschauspiel“.

Der Windbaum wird bewegt. Er erhält für Momente ein Eigenleben, das ihn von seiner Umgebung trennt, aber nicht spektakulär ist. Mal wird diese kleine Irritation in der Landschaft von aufmerksamen Spaziergängern bemerkt, mal wird sie nicht als Besonderheit wahrgenommen.

Das Wunder des Windbaums ist inspiriert von „Erscheinungen“, die in vielen christlichen Legenden und gerade im Umfeld von Klöstern eine Rollespielten. Es waren überwiegend Kleriker, denen ein besonderes religiöses Erlebnis in Form einer Vision zuteil wurde. Die Gottesbotschaft wird dort zum Beispiel über eine übernatürliche Naturerscheinung vermittelt, wie etwa der brennende Dornbusch oder durch sinnliche Wahrnehmungen wie etwa starker Rosenduft bei der Marienerscheinung.

(in der Entwicklung)