Rauminstallation. Eislandschaft. Projektvorschlag für das Belluard Festival, Fribourg 2012

 

In einer Kirche oder Kapelle ist der Fußboden vollständig mit einer hügeligen, strahlend weißen Eisfläche bedeckt, die man vorsichtig betreten muss, um nicht auszurutschen. Der Raum der Andacht wird auf provokante Weise belebt und erfrischt.

(noch nicht realisiert)

Rauminstallation. Eislandschaft. Projektvorschlag für das Belluard Festival, Fribourg 2012

 

In einer alten, opulent ausgeschmückten Kirche oder Kapelle in Fribourg werden die Sitzbänke entfernt und der Fußboden wird vollständig vereist. Die Eisbodenfläche geht bis an die Kirchenwände, es gibt keinen eisfreien Umlaufweg. Die Betrachter kommen mitten im Sommer in einen kalten erfrischenden Innenraum, in dem sie sich nur vorsichtig bewegen können, denn ihre Füße stehen auf rutschigem Grund.
Die Bewegungen der barocken Architektur aufnehmend, ist der Fußboden allerdings nicht glatt, sondern mit verschiedenen knie- bis hüfthohen Wellen und Hügeln versehen. Auch über die Treppenstufen zum höher gelegenen Altarraum “fließt“ das Eis.

Auf dem Eis bildet sich durch den Atem der Besucher eine zarte Reifschicht, die durch ihre feine schneeartige Oberfläche etwas Unberührtes, fast Heiliges ausstrahlt. Ihr Weiß setzt die Architektur und die Dekorationselemente der Kirche in Szene und taucht sie in ein besonderes Licht.

Ice drift (= Eisgang; auch erinnernd an drift ice = Treibeis) rückt eine sakrale Innenarchitektur in Fribourg im Rahmen von RETOX in die Wahrnehmung und nimmt sie in Gebrauch. Durch den provokanten, aber hochästhetischen Eingriff werden die christliche Religion und ihre Räume auf ihre Potentiale in unserer Gesellschaft hin befragt: Gehen von der Kirche noch Impulse aus oder ist sie als Institution verkrustet und unflexibel?

Ice drift transformiert einen Andachts- und Rückzugsort, um ihn wiederzubeleben!

(noch nicht realisiert)


(Christine Biehler)