VIDEO UP! 01 "synthetic landscapes". Screening and Bar. Bassum 2001, Mühltal 2002

 

 

Participating artists:
George Barber / Zorah Mari Bauer/Viola Kiefner / Dörte Eißfeldt / Bettina Erzgräber / Pia Greschner / Angela Hanke-Wahls / Nan Hoover / Dagmar Keller/Martin Wittwer / Fiona Leus / Zilla Leutenegger / Kathrin Mayer / Chantal Michel / Roz Mortimer / Esther Neumann / Ursula Palla / Karola Schlegelmilch





 



VIDEO UP! 01 "synthetic landscapes". Screening and Bar. Bassum 2001, Mühltal 2002

 

 

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Participating artists:
George Barber / Zorah Mari Bauer/Viola Kiefner / Dörte Eißfeldt / Bettina Erzgräber / Pia Greschner / Angela Hanke-Wahls / Nan Hoover / Dagmar Keller/Martin Wittwer / Fiona Leus / Zilla Leutenegger / Kathrin Mayer / Chantal Michel / Roz Mortimer / Esther Neumann / Ursula Palla / Karola Schlegelmilch


VIDEO UP!-01 wird kuratiert und moderiert von Christine Biehler, Bildende Künstlerin und Stipendiatin der HÖGE. 

 

Konzept:

VIDEO UP! - 01 > synthetic landscapes<

Manchmal gelangt man an Orte, die sich als Kulissen darbieten - irgendwie unwirklich, sauber wie aus dem Reiseprospekt, an anderen Orten werden Kindheitserinnerungen wach, Fantasie und Realität treffen auch hier aufeinander und reiben sich auf eigentümliche Weise.

Wir leben in Umgebungen, die hochgradig gestaltet sind, große Teile unserer sichtbaren Welt sind technologisch vermittelt und der Wunsch nach der einen Realität ist angesichts der technischen Möglichkeiten obsoleter denn je.
Parallel dazu entwickelt sich das Bedürfnis zeitweise zumindest noch einen Rest von unmittelbarer Erfahrung von Natur einzuholen, wenn es sein muß per Heuaroma aus dem Zerstäuber. Denn hat man „draußen“ den „richtigen“ Wiesenduft gefunden, muß man sowieso feststellen, daß das Gras kratzt, die Flöhe hüpfen und Authentizität und Heimat immer schon verloren waren.

Die Wahrnehmung einer Landschaft und der Begriff von Natur unterliegt einer von kulturellen Faktoren beeinflussten Prägung. Wir legen vorfabrizierte Bilder wie eine zweite Haut über das Gesehene und Erlebte und haben am Meeresstrand den Sonnenuntergang bereits im mentalen Gepäck.

So können wir heute zwischen verschiedenen Inszenierungen und Diskursen zu und über „Natur“ switchen, hier, das Bewußtsein unserer Zivilisation für biologische und ökologische Prozesse eingebettet in ein sehnsuchtsträchtiges, nach Ursprünglichkeit duftendes Ambiente, dort das Eingebundensein und Erleben einer komplexen Bilderwelt mit künstlichen oder konstruierten Landschaften.

Dem Medium Film, den laufenden, projezierten Bildern war schon jeher inne, daß sie Schäume und Träume liefern konnten, die in diesen Prozessen der Entstehung und Vermittlung von anderen, „synthetischen“ Landschaften eine entscheidende Rolle haben. In den vergangenen Jahren haben sich Videokünstlerinnen mit Landschaftsveränderungen, der Suche nach Idyllen, Freizeitparks, der Problematik von Peripherien usw. noch spezieller befaßt.

DER ORT
Die HÖGE ist wirklich, ein konkreter, realer Ort in einer landschaftlichen Idylle. Doch das Klischee mit den weidenden Kühen geht nicht auf. Sie ist in gleichem Maße auch inszeniert gerade für und wegen dieser Umgebung, die einen spezifischen fast „exotischen“ „Hintergrund bietet für Künstlerinnen, die die HÖGE z.B. auch als Medienstandort für Videoschnitt und Webprojekte nutzen und genießen. Genau aus dieser interessanten Mischung, diesem Wechselspiel, erwächst Produktivität.

DAS  PROGRAMM
2 x 40 Minuten werden Videobänder, v. a. neue Produktionen von Künstlerinnen gezeigt, die sich inhaltlich mit >synthetic landscapes<, der Konstruktion von Natur, auseinandersetzen, poetisch, kritisch, humorvoll - Positionen, die sich kommentieren, gegenseitig widerlegen, zum Pingpong im Kopf anregen.
Mit angefülltem Geist sind die Gäste eingeladen sich den Bauch mit geistigen und weniger geistigen Getränken zu füllen und im angeregten Gespräch mit den anwesenden Künstlerinnen noch offene Fragen zu klären und Eindrücke auszutauschen.
Die Arbeiten werden auf einen großen Screen in der alten Scheune gebeamt, zur rustikalen Atmosphäre werden an der futuristischen Theke giftig-grüne oder andere schaurig schöne scharfe Cocktails von unserem Barboy gereicht.


[Translate to Englisch:]

VIDEO UP! 01 "synthetic landscapes". Screening und Bar. Bassum 2001, Mühltal 2002

 

Höge: multimediale Projekte auf höchstem Niveau möglich - Hohe Kunst auf dem flachen Land. Europaweit einmalige Aktion


Bassum. Die Hohe Kunst auf dem flachen Lande lockte, und viele kamen. Auf dem Künstlerinnenhof "Die Höge” in Högenhausen fanden sich mehr als 150 Kunstinteressierte ein und ließen sich bei Cocktails an einer Bar in das Thema der Video Bearbeitungen “synthetic landscapes” einstimmen.  Als artist in residence war die Professorin für Bildhauerei in Dortmund, Christine Biehler, im März zum zweiten Mal auf der Höge tätig gewesen. Die europaweit tätige Künstlerin stellte diesen spannenden Abend zusammen, hatte die Idee für die Raumgestaltung in der großen Fachwerkscheune gehabt und kreierte die Programmblöcke aus den Videobändern, die eingereicht worden waren. Sogar die Bar bestand aus einer aus einer von der Kuratorin Christine Biehler zusammengestellten Kunstinstallation, an der wahrlich köstliche Cocktails gemixt wurden.
Die Begrüßung durch Barbara Reinhardt, die Gründerin der Höge, umfasste den Hinweis, dass nun Dank der Fertigstellung einer Videoschnittanlage, eines Grafikarbeitsplatzes und eines digitalen Tonstudios multimediale Projekte auf höchstem Niveau auf dem Hof realisiert werden können. Und auch den Dank an die unterschiedlichen Geldgeber für dieses europaweit einmalige Projekt.

“Landschaft ist eigentlich ein sehr altes Thema, das bislang vorwiegend von Hobbymalern und Modernisten belegt worden war", so Christine Biehler in ihrer Einführung in den Abend. Im Spannungsfeld zwischen digitalem Schnittplatz, der jetzt auf der Höge fertig ist, und dem ländlichen Ambiente, habe sie angefangen, Realitäten zu verschieben. " Synthetic landscapes" sieht sie als Untersuchung, wie Videos der letzten 15 Jahre entstanden sind. Verschiedene Zugänge und die künstlerische Auseinandersetzung mit Landschaften führten zu den drei Programmblöcken mit den Themen “copy and paste" sowie "pathetic breakdowm'” und zuletzt “situations: outdoor".

Jeweils fünf verschiedene Bänder, die von einer Minute bis zu 16 Minuten dauerten, von sechzehn verschiedenen Künstlerinlerinnen und Künstlern, konnten an der großen  Leinwand betrachtet werden. Sehr unterschiedlich fiel die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Sujet aus. So war der "Loop 5 Lärmschutzwall" von Angela Hanke Wahls eine Aneinanderreihung von Aufnahmen verschiedener Lämschutzwälle, das Band “Withdrawal" von George Barber hingegen eine fast schon bedrohliche, zumindest aber thrillerhaft spannende wiederkehrende Familienszene im Freien, in der immer mehr Familienmitglieder und gleichzeitig Landschaftsanteile verschwinden.

Überraschend, spannend, faszinierend und befremdend lauteten einige der Kommentare, die in den Pausen an der Cocktailbar aufgeschnappt werden konnten. Eine 65jährige Besucherin gab zu, dass sie eigentlich gekommen sei, weil ihr Sohn als Kunststudent sich damit auseinandersetze und sie gucken wolle, worum es gehe. “Beeindruckend " war ihr begeisterter Kommentar - und so ging es den meisten Anwesenden.

(Dagmar Voss im Weser Kurier, 23./24. Mai 2001)



Höge moderner Medienkunstort  - Spannende, verblüffende und faszinierende Videoerlebnisse präsentiert

Nach und nach, aber pünktlich erscheinen sie, die vielen Besucher aus nah und fern, die gekommen sind, um eine weitere künstlerische Komponente der Höge kennenzulernen. Fast 150 Besucher aus ganz Deutschland nahmen kürzlich an einem spannenden und interessanten Ereignis teil: Mit “Video up- 01 synthetic landscapes” präsentiert sich der Künstlerinnenhof “Die Höge” das erste Mal als Medienkunstort der Öffentlichkeit. Die Frankfurter Video- und Installationskünstlerin Christine Biehler, resident artist der Höge hatte eine Auswahl junger Positionen der zeitgenössischen Film  und Videokunst zusammen gestellt und an diesem Abend präsentiert, die zutiefst beeindruckend war in ihrer vielfältigen Bandbreite.


Kino Atmosphäre in der Scheune

In der Kino-Atmosphäre der Fachwerkscheune saßen viele gebannt durch die Bilder in atemloser Spannung, um dann spontan zu applaudieren oder auch zu lachen, so beim Beitrag von Zorah Mari Bauer und Viola Kiefner mit dem Titel “Black forrest-Blue Danube”, der die heile Folklorewelt persifliert.
Absolut faszinierend auch der Beitrag von Ursula Palla mit dem Titel “Frozen”, der der Zuschauerin eine scheinbare Wüste durch Körperlandschaften der menschlichen Haut vorgaukelt.
Apropos vorgauckelt, das Schein und Sein nicht identisch sind, dokumentierte auf verblüffende Art der Beitrag von Nan Hoover. In "Returning to fuji" sieht sich der Betrachter damit konfrontiert einen der größten Gipfel live mit zu erleben, um dann zu erfahren, dass es sich um einen gefalteten und beleuchteten Kissenbezug handelt. Spannend eben bis zum Ende.
Dazwischen die Gelegenheit sich bei Cocktails mit abenteuerlichen Namen wie “Swimming pool” zu entspannen, sich auszutauschen oder noch einmal die Tonstudio-Installation der drei derzeitigen Künstlerinnen auf der Höge zu erleben.
Dass es in der Scheune auch noch schön warm war, dank mehrerer Heiztürme, hat sicherlich ebenso dazu beigetragen, zu bleiben und keines der vorgeführten Videoerlebnisse zu verpassen. Unterstützt wurde der Abend von der Firma Video Art aus Bassum, dem Juwel Aquarium Rotenburg sowie dem Land Niedersachsen und der Kulturstiftung der Deutschen Bank.

(Kreiszeitung, 01.06.2001)