Hamburg. Wandsbek1. 2015. Material: Chromlack, Spot, Absperrvorrichtung. Bodenöffnung im öffentlichen Raum 2,50 x 2,50, ca 3 m tief.

Der Blick über den Bauzaun: Ein Bauloch in einer Tiefe von 3 Metern ist inklusive der Erdleitungen und Kanalrohre vollkommen mit einer spiegelnden
Hochglanzchromschicht ausgekleidet.

 

 

Hamburg. Wandsbek1. 2015. Material: Chromlack, Spot, Absperrvorrichtung. Bodenöffnung im öffentlichen Raum 2,50 x 2,50, ca 3 m tief.

Es wurde lange gebaut in Wandsbek, nun ist der „Boulevard“ mit dem edlen neuen Steinpflaster fertig, die Menschen können flanieren, der Rubel soll rollen.

Nun das: Schon wieder ein Baustelle? Im Fußwegpflaster unter einer Straßenlaterne befindet sich eine Bodenöffnung, die unspektakulär mit hü̈fthohen rot-weißen Absperrzäunen als Baustelle markiert wird, die den schnellen Laufweg aus der U-Bahnstation Wandsbek Markt behindern.

Aus der Grube scheint es zu strahlen; neugierig tritt man näher. Die Wände des Loches im Boden sind mit einer silbrig glänzenden Hochglanzchromschicht ü̈berzogen, die die Öffnung samt seinen freigelegten Versorgungsleitungen und Kanalrohren abformt. Die Spiegelchromschicht wurde ü̈ber alle Materialien - Erde, Stein oder Plastikrohre - gezogen und endet präzise an den Rändern der Gehwegsplatten. Durch das Chrom entsteht eine leicht spiegelnde Oberfläche, die ihre Umgebung zum Teil des Loches macht.

Jede Stadt hat auf physischen und auch auf anderen Ebenen Wunden und Löcher, die im täglichen Leben spü̈rbar sind, aber seltsam unausgesprochen und unbearbeitet bleiben. Einer der Impulse für die Eingriffe von Shining void ist es, diese Form der Abwesenheit durch die Schaffung einer besonderen Leerstelle zum Thema zu machen. Shining void frisst sich gleichsam in den Stadtkörper, konserviert und veredelt die „Verletzung“ und befragt dabei den soliden Grund.

Zum anderen formt die Installation einen versteckten Glanzpunkt im Außenraum, der erst entdeckt werden muss. Die Aushöhlung ist etwas Fremdes, das Einzug in den Stadtraum gehalten und sich mit seiner futuristisch anmutenden Oberfläche gleichsam eingeschmolzen hat. Shining void inszeniert dieses besondere Vorkommnis: Ein Ort entsteht.
Möglicherweise wird man bei shining void auch an eine Silbergrube denken und damit verbunden die Hoffnung der alten und neuen „Goldgräber“ Wandsbeks auf Prosperität in einem ehedem randständigen Viertel Hamburgs.

shining void_Presse

Hamburg. Wandsbek1. 2015. Material: Chromlack, Spot, Absperrvorrichtung. Bodenöffnung im öffentlichen Raum 2,50 x 2,50, ca 3 m tief.